1. Was kostet ein Anwalt?
2. Kostet schon das erste Gespräch viele hundert Euro?
3. Was soll ich zum Anwaltsgespräch mitnehmen?

 

1. Was kostet ein Anwalt?

a) Zivilsachen, verwaltungsrechtliche und steuerrechtliche Angelegenheiten
Die Grundlage für das Honorar des Anwalts bildet das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG). Dieses knüpft regelmäßig an den Streitwert an. Wer also jemanden nach einem Verkehrsunfall auf Schadensersatz in Höhe von 10.000,00 EUR verklagt oder gegen einen Steuerbescheid in Höhe von 15.000,00 EUR vorgeht, entrichtet Gebühren, die sich nach diesen Werten richten. Bei 10.000,00 EUR beträgt eine einfache Gebühr 486,00 EUR. Der konkrete Rechnungsbetrag wird errechnet, indem je nach erfolgter Tätigkeit (z.B. Verhandlung mit dem Gegner; Teilnahme bei einer außergerichtlichen Beweisaufnahme; Klageerhebung) diese Gebühr multipliziert wird. Ferner werden Auslagen und Umsatzsteuer fällig. Geht es zu Gericht, kommen weitere Gebühren hinzu. Meistens liegt man mit der Faustregel, dass etwa ein Fünftel des Streitwerts als Kosten entstehen werden, nicht ganz falsch.

Gewinnt man den Prozess, muss regelmäßig der unterlegene Gegner die Kosten übernehmen. Wer kein Geld hat, hat unter Umständen Anspruch auf Beratungshilfe.

b) Strafsachen
In Strafsachen hängen die Kosten vom Einzelfall ab. Ich vereinbare hier regelmäßig ein Honorar, das von der Schwierigkeit des Falles und dem Umfang abhängig ist.

2. Kostet schon das erste Gespräch viele hundert Euro?
Nein. Das erste Gespräch kostet gar nichts, wenn ich Ihnen nicht helfen kann und das Mandat nicht übernehme. Kommt ein Mandat zustande, ist das erste Beratungsgespräch selbstverständlich in den Gesamtkosten enthalten. Für den Fall, dass meine Tätigkeit ausschließlich in einem einzigen Gespräch besteht, entstehen Kosten, die üblicherweise 59,50 EUR betragen (50,00 EUR zuzüglich 19 % USt).

3. Was soll ich zum Anwaltsgespräch mitnehmen?
Es empfiehlt sich, dass Sie alle Unterlagen, die von Bedeutung sein könnten, mitbringen (z.B. Mietvertrag; Ladung der Polizei zur Vernehmung; Steuerbescheid). Auch ist es ratsam, dass Sie alle Fragen, die Sie beschäftigen, zuvor aufschreiben. Vielleicht werden nicht alle Fragen gleich beim ersten Gespräch beantwortet, ich weiß aber dann, was ich noch für Sie abklären muss.